Thomas Melle liest aus Haus zur Sonne
Wie viel Selbstbestimmung ist möglich, wenn eine psychische Krankheit das Leben fremdsteuert? Wonach sehnt sich ein Mensch, der glaubt, nichts mehr zu verlieren zu haben und wie könnte das letzte Glück aussehen? Willkommen im »Haus zur Sonne«, einer Einrichtung, die zugleich Wunscherfüllungsmaschine und Abschaffungsapparat ist. Lebensmüde und todkranke Menschen liefern sich hier ein, um jeden denkbaren Wunsch erfüllt zu bekommen und dann – leise und bürokratisch korrekt – aus dem Leben zu treten. Doch will jemand, der nicht mehr leben will, wirklich sterben? Thomas Melle blickt tief in unsere Sehnsüchte, unseren Todestrieb und entwirft eine radikal klare Skizze der Conditio humana.
Thomas Melle lebt in Berlin. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophiein Tübingen, Austin und Berlin. Seine Theaterstücke sind viel gespielt. Drei seiner Romane sowie sein aktuelles Buch standen auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.
Thomas Melle: Haus zur Sonne. Kiepenheuer & Witsch 2025