Der rätselhafte Titel »ë« steht für einen albanischen Buchstaben, der kaum hörbar ist und doch eine zentrale Rolle spielt. Genau wie die Geschichten, die in diesem Roman endlich eine Stimme bekommen: Er erzählt vom in Deutschland wenig beachteten Kosovokrieg und von Familien, die alles verloren haben. Von Menschen, deren Angehörige ermordet, anonym verscharrt und bis heute nicht identifiziert sind. Jehona Kicaj zeigt, wie diese Vergangenheit im Körper weiterlebt – in jeder Faser, jedem Atemzug. Ein Roman, der das Unsagbare hörbar macht.
Jehona Kicaj, geboren im Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie » ›Und so blieb man eben für immer‹. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder« (2023). »ë« ist ihr Debütroman und stand auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis.
Jehona Kicaj: ë. Wallstein 2025