Archäologische Forschung zur Festung Hohentwiel
Der Hohentwiel ist ein markanter Vulkanberg der die Landschaft des Hegau prägt. Es wundert daher nicht, dass er bereits seit dem Neolithikum besiedelt worden ist. Eine erste mittelalterliche Befestigung des Berges ist um das Jahr 915 nachgewiesen. 970 begannen der schwäbische Herzog Burchard III. und seine Frau Hadwig zusätzlich damit, auf dem Twiel ein Kloster einzurichten. Die mittelalterliche Burg wurde mehrfach erweitert. Nachdem sie zu Beginn des 16. Jahrhunderts in den Besitz der Württemberger überging, baute man sie zu einer Landesfestung aus. Die Festung ist mit einer Größe von neun Hektar eine der größten Burgruinen Deutschlands. Der Vortrag von Bertram Jenisch stellt die Entwicklung des Hohentwiel aus archäologischer Sicht vor.
Bertram Jenisch, geboren 1962 in Karlsruhe, studierte Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Geologie und geschichtliche Landeskunde an den Universitäten Heidelberg, Freiburg i. Br. und Tübingen. Seine Untersuchungen im Kapuzinerkloster Villingen legte er 1989 als Magisterarbeit an der Universität Freiburg vor. 1994 schloss sich die Promotion an der Universität Tübingen zum Thema „Die Entstehung der Stadt Villingen“ an. Seit 1991 war Jenisch beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg im Referat „Inventarisation“ mit der Erfassung der archäologischen Denkmale des Mittelalters und der Neuzeit sowie der Bearbeitung des Archäologischen Stadtkatasters im Regierungsbezirk Freiburg betraut.
Seit 2008 ist er als Referent für Mittelalterarchäologie im Regierungsbezirk Freiburg tätig. Mit der Neuorganisation der Denkmalpflege 1.1.2015 übernahm er die Funktion als Koordinator der Archäologie am Dienstsitz Freiburg und stellvertretender Fachbereichsleiter für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit.
Seine Forschungsschwerpunkte sind die mittelalterliche Siedlungsentwicklung, insbesondere der Stadt, in Vernetzung mit der historischen Bauforschung sowie die Erforschung von Klöstern in Südwestdeutschland, die Technikgeschichte (Bergbau und Glashütten) und der Sachkultur (Keramik, Glas, Edelsteinschliff) in Südwestdeutschland.
Die Veranstaltung findet im Rathaus Singen, Bürgersaal (Hohgarten 2, 78224 Singen) statt.
Verantwortlich: Freunde des Hohentwiel e.V.
Veranstalter: Stadt Singen
Hinweise für Teilnehmende
Teilnehmer
Max. 150 Personen